„Leinen los“ sagt die innere Stimme in mir … und ich spüre, es ist mein innerer Kapitän, der mir das Startsignal gibt, zu neuen Ufern aufzubrechen. Hier ein Auszug aus dem Logbuch meiner persönlichen Journey:

 

Januar/Februar 2021
AUFBRUCHSTIMMUNG

Schon seit Ende letzten Jahres fühle ich eine gewaltige Aufbruchstimmung in mir. Die Lust nach vorne zu gehen, weiter zu gehen, zu entdecken, zu leben. Ich wusste gar nicht wohin mit dieser Sturm & Drang – Energie und wie mit ihr umgehen. Nach einem Coaching ist mir klar geworden, dass ich erstmal mein HIN ZU näher definieren darf, bevor ich einfach wild drauf los trabe. Also habe ich den heutigen lazy & cosy Saturday dazu genutzt, um in mich zu spüren und mein inneres Navi klar(er) auszurichten. Ich spüre, dass es nach über 40 Jahren an der Zeit ist, meinen Geburtsort zu verlassen und mich auf den Weg Richtung Norden zu machen.

Dieses Käptn-Motiv, das mir letzte Woche im magischen Berlin begegnet ist, hat mir noch einmal bewusst gemacht, dass es nicht darum geht das Leben einfach auf „Autopilot“ zu leben, sondern dass jeder Kapitän seines eigenen Schiffes ist. In diesem Sinne bin ich gerade dabei, es mir schön in meinem Schiff zu machen und dann kann es losgehen … ganz spielerisch, achtsam und mit Leichtigkeit! Möge das Herz mein Kompass sein, Leinen los und freie Fahrt voraus! #captainsonja

 

April 2021
„This is your Captain Speaking“: PREPARE FOR ARRIVAL

Juhu, geschafft! Nach emsigem „Klar Schiff“ Machen in der letzten Woche ist mein Schiff nun gut & sicher in Münster angekommen und hat an der ersten Haltestation angelegt. Am 1. April hatte ich meinen ersten Arbeitstag im „Wandelwerk“ und heute hab ich mich offiziell im Bürgeramt als Neu-Münsteranerin registriert. In den ersten Monaten werde ich mein Schiff vorübergehend als Fähre einsetzen, das mich zwischen meinen zwei Wohnorten und meinen zwei Arbeitgebern sicher hin- und herwiegen darf. Ich genieße den smoothen Übergang, in dem ich das Neue schon begrüßen und zeitgleich noch dankbar Dinge rundmachen darf. Ein zartes „prepare for arrival“ Signal meines inneren Kapitäns also, bevor im Sommer dann das „prepare for landing“ ansteht. Also dann: Arrival Feelings genießen und auf geht’s die Hafengegend erkunden  # captainsonja

 

Mai 2021
KURS HALTEN TROTZ TURBULENZEN

Uff. Als ich das Steuer meines eigenen Schiffes Anfang des Jahres übernahm, um mich auf die Reise zu begeben, war mir zwar klar, dass gerade die 4monatige Übergangszeit mit mehreren Wohnorten, mehreren Arbeitgebern und mehreren Wohnungen etwas herausfordernd werden könnte, aber ich war mir sicher, mit einer guten Navigation und einer guten Ausstattung das Boot schon schaukeln zu können.

Allerdings gibt es dann auch noch die Unwägbarkeiten und Unplanbarkeiten des Lebens und ich durfte nun in der letzten Woche erleben, dass unerwartet auftretende Turbulenzen im privaten Bereich doch ganz schön an meinem Kahn schüttelten und rüttelten. Ich habe zwar das Steuerrad nie losgelassen, dennoch durfte ich mich mit einigen „Fasten your seatbelt und nun durchatmen und gaaanz ruhig bleiben“- Anweisungen selbst disziplinieren und ins Vertrauen kommen. Zugleich bin ich sehr sehr dankbar, dass es liebe Menschen in meinem Umfeld gibt, die mir mit Rat&Tat zur Seite standen, mir als Leuchtturm dienten und bei denen ich auch mal emotional ankern durfte.  Der Sturm hat sich nun etwas gelegt und es gibt nur noch leichte Ausläuferwellen. Ich kann mich also heute aufs Sonnendeck legen und einfach mal entspannen und das Erlebte integrieren. Möge die neue Woche mich in ruhige Fahrwasser geleiten und möge die Fahrt unter einem guten Stern weiter vorangehen

 

August 2021
„This is your Captain Speaking“: AUF GEHTS; AUSSTEIGEN BITTE!

Nachdem ich eine ganze Weile abgetaucht war und sich mein persönliches Life Boat eher als U-Boot tarnte, kommt heute wieder ein Lebenszeichen in der #CaptainSonja Blogpost Reihe. Der U-Boot-Einsatz war notwendig, da mein Schiff Ende Juli doch etwas schwerer geladen hatte als normal: Geburtstag, Uni-Abschied in Saarbrücken und finaler Umzug ins Münsterland in einer einzigen Woche vereint. Bäng.

Da musste ich mich als Kapitänin erstmal erholen bzw. bin ich sehr sehr dankbar, dass ich bei dieser turbulenten Überfahrt nicht alleine auf meinem Schiff war, sondern mir ganz viel Unterstützung zuteil wurde: beim Deck schrubben & klar Schiff machen, durchs Bereitstellen von Verpackungsmaterial, beim Fracht be- und entladen, durch Begleitboote und Co-Kapitäne bei der Überfahrt und durch das Zur-Verfügung-Stellen eines Hausboots (ganz real, im Saarbrücker Osthafen), während mein eigenes Schiff im Ausnahmezustand war.

Und nun? Nach erster Erschöpfung und dem Zustand eines Zwischenraums (U-Boot-Feeling), kam zu Beginn dieser Woche ein zarter „Auf gehts“-Ruf meines inneren Captains. Am neuen Hafen aussteigen und einen „Landgang“ im wahrsten Sinne des Wortes machen, denn ich bin nun im Münsterland auf einer Ranch fernab von öffentlichen Verkehrsmitteln gelandet. Ich darf mich hier weiter eingewöhnen, mit meinen vierbeinigen Ranch-Mitbewohnern noch intensiver anfreunden, meinen Anker fester zurren und mich den neuen beruflichen Herausforderungen am Wandelwerk in Münster widmen. Bald will ich auch meine Coaching Aktivitäten wieder aufnehmen, doch zuerst nehme ich mir ein bisschen Zeit, den eigenen Hafen schön zu gestalten, um dann von hier aus auch andere bei ihren Überfahrten auf Wandelwegen kraftvoll unterstützen zu können. AUF GEHTS!

 

Oktober 2021
DAS EIS BRICHT

Wie von Zauberhand, out of the blue, ist vor ein paar Tagen plötzlich meine Fensterscheibe in viele kleine Scherben zersprungen. Von innen. Ohne Fremdeinwirkung, ohne hohe Temperaturunterschiede, einfach so. Nachdem ich erstmal einen Schreck bekam, sehe ich es nun symbolisch: das Außen spiegelt immer das Innen! Und tatsächlich empfinde ich es gerade so, als ob bei mir jetzt langsam das Eis bricht und ich langsam warm werde mit dem Einleben auf der Ranch im Münsterland.

Am Anfang waren hier noch viele Dinge für mich ungewohnt und auch z.T. Angst machend, so dass ich mich hier in einer Art Kokon wiederfand, damit beschäftigt den Alltag auf einer Ranch, fernab von Nachbarn, Bushaltestellen, Straßenlampen und co. auf die Reihe zu bekommen und möglichst gut zu „funktionieren“ und Erwartungen anderer zu erfüllen. So manches (nicht nur das Hoftor) fühlt sich noch etwas „schwergängig“ und nicht „federleicht“ an. Die ersten Monate des Ankommens waren zugleich begleitet von einem Gefühl von Leere: das Alte abgeschlossen und das Neue noch nicht wirklich da. Ich fand mich irgendwo dazwischen, aber nicht in meiner Präsenz im Hier & Jetzt. Ich war noch nicht in meinem Tatendrang, sondern eher eingefroren, im Freeze.

Das hat sich seit ein paar Tagen verändert: einiges ist in Fluss gekommen (ja, es flossen auch Tränen). Ich habe mich mehr und mehr auf das Leben hier eingelassen, habe zu mir und meiner Meinung gestanden, bin Unbequemem ehrlich begegnet, mich wieder stärker mit Menschen verbunden und seit kurzem, seit dem Crack in der Fensterscheibe, fühle ich mich auch wieder inspiriert für neue Projekte und Zukunftsvisionen.

Ich habe in dieser Zeit des Ankommens gelernt, dass es Geduld und Selbst-Mitgefühl braucht. Dass die vielen Transformationen, die ich 2021 durchleben durfte, auch erstmal verarbeitet und verdaut werden wollen, bevor es wieder ins Blühen & Powern auf einer neuen Ebene kommen kann. Und dass man die Uhr nicht vordrehen kann, sondern der Riss im Kokon zur genau richtigen Zeit passiert.

Bricht eine Eierschale von innen auf, entsteht neues Leben. Würde die Schale vorher von außen zerbrochen, würde Leben sterben. Danke Leben für diese Lektionen. Ich wäre dann jetzt langsam bereit.

 

Januar 2022
O Captain, Where Art Thou?

Nun, wo ist er denn geblieben, mein Captain? Ich würde mal sagen, nachdem es bei meiner Journey in 2021 stellenweise doch sehr turbulent zuging (neben Umzug & Jobwechsel auch die formelle Umwandlung meiner Ehe in eine Freundschaft sowie überraschende An- und Abflüge einer Schwangerschaft – also ein „Loslassen“ auf 4 Ebenen gleichzeitig), verlangte es meinem inneren Captain wohl doch einige Konzentration ab, das Steuer sicher in der Hand zu halten. Auch die Anlegephase hat ja etwas gedauert, da meine Hafenanlage hier von einem wachsamen Schäferhund beschützt wird, was meinen Captain auch vor die ein oder andere Herausforderung stellte. Von daher hat er sich eine Ruhepause in seiner Kajüte echt mehr als verdient und es sei ihm gegönnt, sich von der Oberfläche erstmal ins Schiffs-Innere zurückzuziehen. Ich bin dankbar und demütig und freue mich über die aktuelle Anker-Phase. Zeit zum Durchatmen, zum Sammeln und zum Sein

 

März 2022
FINALLY HERE – möge das (neue) Leben beginnen!

Bald ist es genau 1 Jahr, dass ich meine Reise angetreten bin. Während ich die letzten Monate eher im Überlebensmodus war und ich mich  in meine Kajüte zum Winterschlaf und zum Durchfühlen innerer Prozesse zurückgezogen hatte, spüre ich nun ganz langsam ein zartes Erwachen. In der dunklen Winterzeit (die Ranch ist 3,5 km vom Ort entfernt, also keine Straßenlaternen und ab 17 Uhr komplette Finsternis) war ich gezwungen, mir mehr und mehr selbst zu begegnen und die noch schlummernden Ängste und Schattenteile anzuschauen. Das war nicht immer leicht und es gab des Öfteren die Gedanken, alles hinzuwerfen und wegzurennen. Das waren wohl die zweifelnden Momente, die mir meine Freunde bei der Abschied zu meiner Journey vorhergesagt hatten. Vor die Wahl gestellt wegzulaufen oder mich den Ängsten zu stellen, entschied ich mich für die zweite Variante. Mit Coaching-Unterstützung von lieben Menschen ist es mir vor kurzem gelungen,  Licht ins Dunkel zu bringen und zu erkennen, wo ich mir tatsächlich selbst im Weg stand und mir nicht erlaubte, ich selbst zu sein. Ich kämpfte damit das Ranch-Leben meistern zu wollen ohne mir einzugestehen, dass ich als zartes Pflänzchen vielleicht ganz anders gestrickt bin und ganz andere Bedürfnisse habe als meine Mitmenschen. Dann kapitulierte ich und das Gegen-Etwas-Ankämpfen wandelte sich in ein Annehmen-Was-Ist. Es fühlt sich gerade noch ganz ganz ungewohnt an, doch seit ein paar Tagen fühle ich so etwas in mir wie tiefer Frieden. So, als ob nun auch meine Seele frei ist und ihre Journey vollbracht hat. Mein Captain krabbelt gerade aus seiner Kajüte wieder ans Deck und reibt sich verwundert die Augen: Das Wellenbad des Dramas hat sich nun in einen ganz stillen See verwandelt.  Er kann es noch gar nicht so richtig glauben, doch eine Freundin sagte ihm heute: So fühlt sich Ankommen an!

 

*AMEN*